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Verhütung

Sexualität angstfrei genießen

Soll eine Schwangerschaft verhindert werden, muss über Empfängnisverhütung nachgedacht werden. Es gibt keine, für alle gültige, perfekte Methode. Die Entscheidung, welche Verhütung zum Einsatz kommen soll, wird am besten von den Partnern gemeinsam getroffen. Die gesundheitliche Konstitution sowie die aktuelle Lebenssituation, aber auch Wünsche und Bedürfnisse sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden. Folgende Fragen können bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein:

  • Ist es für mich vorstellbar, jeden Tag die Pille einzunehmen?
  • Stört mich das ständige Tragen eines Pflasters?
  • Soll der Schutz über einen längeren Zeitraum anhalten?
  • Wünsche ich mir noch ein Kind?
  • Habe ich damit Probleme, mit den Fingern einen Verhütungsring oder ein Diaphragma einzuführen?
  • Wie fühle ich mich dabei, wenn ich mir vorstelle einen Fremdkörper (Kupfer-, Gold- oder Hormonspirale) in mir zu tragen, auch wenn dieser nicht spürbar ist?
  • Wie würde ich mit einer ungeplanten Schwangerschaft umgehen?
  • Kommen für mich endgültige Methoden (Sterilisation) in Frage?
  • Wie sicher ist ein Kondom, beziehungsweise soll die Verhütungsmethode auch als Infektionsschutz dienen?

Der Gynäkologe Dr. Thorsten Graf, berät individuell, um eine, an Ihre aktuelle Lebenssituation angepasste, Verhütungsmethode zu finden.

Verhütungsberatung

Es gibt viele verschiedene Verhütungsmethoden und jede hat ihre Vor- und Nachteile. In einem vertraulichen und informativen Gespräch mit dem Gynäkologen, Dr. Thorsten Graf, kann abgeklärt werden, welche Methoden es gibt und welche für einen selbst die geeignetste in der derzeitigen Situation darstellt.

„Welche Verhütungsmethode ist Ihrer Meinung nach die beste?“

Dr. Thorsten Graf:  „Die beste Verhütungsmethode gibt es im Allgemeinen nicht. Verhütung ist immer eine individuelle Entscheidung. Grundsätzlich muss man entscheiden, ob hormonell verhütet wird oder mittels verschiedener Barriere-Methoden oder unter Zuhilfenahme von Kupfer. Hormone bieten den Vorteil einer sehr sicheren Verhütungsmethode und auch in vielen Fällen einer Reduktion der Stärke der Regelblutung. Alle Verhütungsmethoden mit Kupfer sind in puncto Verhütungssicherheit auch sehr gut, allerdings verstärken sie zumeist die Regelblutung. Daher kann man pauschal sage: Kein Vorteil ohne Nachteil, und Verhütung muss immer auf die Bedürfnisse der Patientin abgestimmt werden.“

Hormonfreie Verhütung

In den letzten Jahren wird es unter Frauen immer beliebter, hormonfrei zu verhüten. Viele suchen nach einer Möglichkeit, Empfängnisverhütung ohne hormonbedingte Nebenwirkungen zu bewerkstelligen und erkundigen sich nach hormonfreien Alternativen, um eventuelle Gewichtszunahme, depressive Stimmungen oder einen Libidoverlust zu vermeiden. Früher wurde z. B. die Spirale nur Frauen, die bereits entbunden hatten, angeboten. Heute ist sie auch für junge Mädchen oder kinderlose Frauen geeignet, und es gibt zahlreiche innovative hormonfreie Verhütungsmethoden.

Kupferspirale – zum Beispiel Nova T®

In Bezug auf hormonfreie Empfängnisverhütung steht die Kupferspirale an erster Stelle. Drei bis fünf Jahre bietet sie eine sehr sichere Verhütung und kann bei Kinderwunsch jederzeit entfernt werden, und die Empfängnisbereitschaft ist bereits ab dem nächsten Zyklus gegeben. Über Jahre gerechnet ist eine hormonfreie Spirale preisgünstig, auch wenn der Anschaffungspreis hoch erscheint. Bei der Kupferspirale handelt es sich um ein Stäbchen in T-Form, das mit Kupferdraht umwickelt ist. Sie gibt permanent Kupferionen ab, wodurch die Beweglichkeit der männlichen Spermien eingeschränkt wird. Als mechanische Barriere in der Gebärmutter verhindert sie das Aufsteigen, sowie das Einnisten der befruchteten Eizelle.

„Was sind die Nachteile, bzw. die Nebenwirkungen einer Kupferspirale?“

Dr. Thorsten Graf:  „Die mit Abstand häufigsten Nebenwirkungen der Kupferspirale sind verstärkte oder auch verlängerte Regelblutungs-Episoden sowie, insbesondere in den ersten drei bis sechs Monaten, nach Einsetzen der Spirale auftretende Schmierblutungen. Die Verhütungssicherheit liegt etwas hinter der Hormonspirale, aber im Vergleich, z.B. zur Antibabypille, weist die Hormonspirale einen besseren Pearl -Index auf.“

Hormonspirale – Mirena®

Die Hormonspirale zählt zu einer der sichersten Verhütungsmethoden. Bei der Hälfte der Patientinnen tritt gar kein Zyklus mehr auf, bei der anderen Hälfte kommt es zu einer deutlich reduzierten Regelblutung.  Besonders interessant ist dies für Patientinnen mit sehr starker Regelblutung. Durch die lokale Hormonwirkung hat die Hormonspirale die geringst mögliche Hormondosis von allen hormonellen Verhütungsmethoden. Die Hormone wirken lokal und dadurch bildet sich ein Schleimpfropf am Gebärmutterhals, der die Spermien stoppt und es zu keiner Befruchtung der Eizelle kommen kann. Ohne, dass sie von der Frau gespürt wird, bietet die Hormonspirale sehr große Sicherheit, – diese bleibt fünf Jahre bestehen. Im Gegensatz zur Pille unterdrückt die Hormonspirale den Eisprung nicht, und der natürliche Zyklus bleibt meist abgeschwächt aufrecht.

Meine Freundin behauptet, dass es bei der Hormonspirale zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann. Stimmt das?“

Dr. Thorsten Graf:  „Wie jede hormonelle Verhütungsmethode greift natürlich auch die Hormonspirale in die hormonellen Regelkreise der Geschlechtshormone ein. Allerdings gibt die Hormonspirale von allen hormonellen Verhütungsmethoden, aufgrund ihrer Lage am Wirkort selbst, eine äußerst geringe und vor allem sehr kontinuierliche Hormondosis ab. Starke Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind sehr selten, und die meisten anderen Medikamente können parallel zur gesetzten Hormonspirale bedenkenlos eingenommen werden. Nur bei speziellen Antibiotika sowie Antiepileptika ist Vorsicht bzw. Beratung geboten.“

Kondom

Neben dem Femidom (auch „Kondom für die Frau“ genannt), ist das Kondom noch immer die einzige Verhütungsmethode, die sowohl vor einer ungewollte Schwangerschaft als auch vor Übertragung ansteckender Geschlechtskrankheiten schützt. Vor dem Geschlechtsverkehr wird das Kondom, welches aus Latex besteht, über das steife Glied gezogen, wodurch die Samenflüssigkeit aufgefangen wird und nicht in die Scheide gelangt. Seine Sicherheit hängt von der korrekten Anwendung und der Qualität des verarbeiteten Materials ab. Aber es ist unbedingt zu beachten, dass circa acht von 100 Frauen, die ein Jahr lang ein Kondom verwenden, schwanger werden. Wichtig ist zu beachten, dass ein Kondom nur einmal benutzt werden darf.

„Wie sicher ist die Verhütungsmethode mit Kondom?“

Dr. Thorsten Graf:  „Als Infektionsschutz ist diese Barriere-Methode gut geeignet, allerdings als Verhütungsschutz mit einem Pearl-Index von  2-12  im unteren Bereich angesiedelt. Daher ist sie bei häufigem Partnerwechsel als Infektionsschutz zu empfehlen, als dauerhafte, sichere Verhütungsmethode allerdings nicht.“

Kondome / Infektionsschutz

Neben der Pille ist das Kondom das bekannteste Verhütungsmittel. Anti-Aids-Kampagnen haben das Image des Kondoms wesentlich aufgewertet und Männer sowie Frauen sind sich heutzutage sehr bewusst darüber, wie rasch Geschlechtskrankheiten übertragen werden können und greifen immer öfter zum Kondom. Gerade beim Start einer neuen Beziehung oder bei wechselnden Partnern schützt das Kondom sehr gut vor Ansteckung.

„Wie zuverlässig schützt mich das Kondom vor Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit?“

Dr. Thorsten Graf:  „Bei richtiger und vor allem rechtzeitiger Anwendung besteht ein sehr hoher Infektionsschutz. Im Bereich der schützenden Barriere-Methoden ist das Kondom sicher das Mittel der Wahl.“

Verhütung mit der Pille

Bei Einnahme der Pille wird mittels Abgabe von Hormonen dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Das heißt, je nach verwendeter Methode, wird der Eisprung oder das Einnisten der Eizelle in der Gebärmutter gestoppt. Eine individuelle Beratung ist, da es sehr viele verschiedene Präparate gibt, unerlässlich. Es kann aufgrund der Hormongabe zu Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme oder depressiven Verstimmungen, kommen. Außerdem dauert es, nach Absetzen der hormonellen Empfängnisverhütung, mehrere Wochen oder sogar Monate, bis sich der normale Zyklus wieder einstellt. Die Pille bietet aber einen sehr zuverlässigen Verhütungsschutz.

„Ab welchem Alter darf ich die Pille nehmen? Muss ich vor der ersten Einnahme gynäkologisch untersucht werden?“

Dr. Thorsten Graf:  „Grundsätzlich gibt es keine Altersgrenze für die erste Pilleneinnahme. Die individuelle Beratung steht aber auch hier im Vordergrund. Vor dem 14. Lebensjahr ist allerdings die Einverständniserklärung eines Elternteiles notwendig. Besonders geeignet für junge Mädchen ist die Mikropille als geringdosiertes Kombinationspräparat, da die Einnahme-Pünktlichkeit nicht so streng gesehen werden muss, wie bei der Minipille, die nur einen Gestagen-Anteil besitzt.“

Verhütungsstäbchen

Dabei handelt es sich um ein vier Zentimeter langes Stäbchen aus Kunststoff, das mit Gelbkörperhormon gefüllt ist. Es ist zwei Millimeter dünn und wird an der Innenseite des Oberarms unter die Haut injiziert. Über einen Zeitraum von drei Jahren wird das Hormon stetig abgegeben und verhindert somit den Eisprung, bzw. bildet sich ein Schleimpfropf im Gebärmutterhals, der das Eindringen der männlichen Spermien verhindert. Ein Vorteil liegt darin, dass dieses Verhütungsmittel auch für Raucherinnen und Frauen mit Blutgerinnungs- bzw. Fettstoffwechselstörungen geeignet sein kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass nicht jeden Tag an eine Tabletteneinnahme gedacht werden muss.

„Welche Vorteile hat das Verhütungsstäbchen gegenüber der Pille. Ist das Stäbchen sicherer?“

Dr. Thorsten Graf:  „Die Vorteile des Verhütungsstäbchens bestehen darin, dass das Stäbchen einmalig unter die Haut in das Unterhaut-Bindegewebe des Oberarmes eingesetzt wird und dort dann drei Jahre lang kontinuierlich Hormone zur Verhütung in gleicher Dosierung abgibt. Da beim Verhütungsstäbchen, Einnahmefehler, wie bei der Pille wegfallen, wird dieses laut Pearl-Index sicherer als die Pille zum Schlucken eingestuft. Der Pearl-Index des Verhütungsstäbchens liegt bei 0,05, der der Pille durchschnittlich bei 0,3. Aber auch hier, kein Vorteil ohne Nachteil: Nachteilig beim Verhütungsstäbchen ist, dass in seltenen Fällen nach drei Jahren die Entfernung des Stäbchens, falls es im Gewebe gewandert ist, kompliziert sein kann.“

„Kann das Stäbchen auch vor Ablauf der drei Jahre entfernt werden?“

Dr. Thorsten Graf: Ja, das Verhütungsstäbchen kann jederzeit, auch vor Ablauf der drei Jahre, entfernt werden. Dann ist keine Verhütungssicherheit mehr gegeben, und, ähnlich wie bei anderen Hormonpräparaten, kann es eine gewisse Zeit dauern, bis sich die Fruchtbarkeit wieder einstellt. Bei der Planung des Einsetzens eines Verhütungsstäbchens sollte aufgrund der Kosten aber bedacht werden, dass dieses drei Jahre lang wirkt.“

Vaginalring / Nuva Ring®

Als hormonelles Verhütungsmittel wird der Vaginalring, ein Ring aus biegsamem Kunststoff (Durchmesser circa fünf Zentimeter), direkt in die Scheide eingesetzt. Er gibt stetig Östrogene und Gestagene ab, die von der Scheidenwand aufgenommen werden. Dies verhindert den Eisprung und den Aufstieg der Spermien in die Gebärmutter. Einmal monatlich muss der Nuva Ring® gewechselt werden. Er kann aber auch vor dem Geschlechtsverkehr entfernt werden und danach wieder eingesetzt werden.

„Spürt man den Verhütungsring beim Geschlechtsverkehr eigentlich?“

Dr. Thorsten Graf: „Die Frauen spüren den Ring in den allermeisten Fällen nicht. Häufiger kommt es vor, dass der männliche Partner den Ring bemerkt. Aber es besteht die Möglichkeit vor dem Geschlechtsverkehr den Ring zu entfernen und ihn dann wieder einzusetzen.“

3-Monats-Spritze

Wie das Hormonstäbchen, die Minipille oder die Hormonspirale setzt die 3-Monats-Spritze ein Gelbkörperhormon (Gestagen) frei, welches das Reifen des Eies in den Eierstöcken und somit den Eisprung verhindert. Außerdem wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gehemmt, wodurch sie dünner wird und ein befruchtetes Ei nur schwer aufgenommen werden kann. Alle drei Monate wird dieses sichere Verhütungsmittel mittels Injektion verabreicht. Gut geeignet ist die 3-Monats-Spritze für Frauen, die Östrogene schlecht vertragen oder ein erhöhtes Risiko für Thrombosen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen. Allerdings ist die Hormondosis relativ hoch.

„Ist die 3-Monats-Spritze für jede Frau gut verträglich?“

Dr. Thorsten Graf:  „Da die Dreimonatsspritze eine sehr hohe Hormondosis aufweist, empfehle ich sie nur als Übergangsverhütung für maximal sechs Monate. Unter den hormonellen Verhütungsmethoden ist sie nicht meine erste Empfehlung.“

„Ich habe einen neuen Freund, der Kondome ablehnt. Ist die Drei-Monats-Spritze eine gute Alternative?“

Dr. Thorsten Graf:  „Als Kurzzeit-Verhütungsmethode, wenn man drei Monate lang nicht an Verhütung denken möchte, sicher, aber als dauerhafte Verhütungsmethode ist sie – aus, meiner Sicht -nicht ideal.“

Teenager-Sprechstunde

„Ich bin 15 Jahre alt, darf ich alleine zu Ihnen in die Praxis kommen oder muss meine Mutter oder mein Vater mitkommen?“

Dr. Thorsten Graf: „Wenn Sie es möchten, können Sie gerne einen Elternteil mitbringen, aber notwendig ist es nicht. Daher können Sie gerne allein kommen oder auch eine Freundin als Vertrauensperson mitbringen.“

„Wie sieht es mit Ihrer Schweigepflicht gegenüber meinen Eltern aus, kann ich mich darauf verlassen?“

Dr. Thorsten Graf: „Die ärztliche Schweigepflicht ist oberstes Gebot. Daher werden mit Sicherheit keinerlei Informationen an Ihre Eltern oder andere Personen weitergegeben. Bei mir als Wahlarzt haben Sie auch noch den Vorteil, dass, wenn Sie auf das Einreichen der Honorarnote bei der gesetzlichen Krankenkasse verzichten, auf der Jahresabrechnung nicht aufscheint, dass Sie beim Gynäkologen waren.“

 

Angstfrei in und durch die Pubertät

Teenager-Sprechstunde

Ziel dieser Spezialsprechstunde in der Ordination von Dr. Thorsten Graf ist es, Teenagern die Angst vor dem Frauenarzt zu nehmen. Der Gynäkologe, Dr. Thorsten Graf, geht dabei behutsam auf die Probleme der Heranwachsenden ein. Als Vertrauensperson unterstützt Dr. Graf bei vielen Teenagersorgen, wie beispielsweise die eigene körperliche Entwicklung, Menstruation, Verhütung, Schwangerschaft, Untersuchung beim Frauenarzt, Sexualität, Probleme mit den Eltern oder der Intimhygiene.

In dieser Teenager-Sprechstunde geht es, neben der Beratung und Betreuung, auch um das Überwinden der Schwellenängste. Dr. Thorsten Graf signalisiert den Teenagern, dass ihre Fragen und Probleme ernst genommen werden und sie Unterstützung bei der persönlichen Entwicklung und sexuellen Orientierung erhalten.

„Muss ich mit meiner Mutter kommen oder darf ich meinen Freund zu der Teenager-Sprechstunde mitbringen?“

Dr. Thorsten Graf: „Sie können gerne alleine kommen oder jegliche Begleitpersonen Ihrer Wahl in die Sprechstunde mitbringen. Dies kann der Freund, aber auch einfach eine gute Freundin sein. Die Teenager-Sprechstunde sollte eben dazu dienen, explizit und der Schweigepflicht unterliegend, in dem Setting Ihrer Wahl stattzufinden.“

Jugendgynäkologie

Das erste Mal verliebt, Schmetterlinge im Bauch aber auch Gedanken über das „erste Mal“ und die Wahl der Verhütung prägen die aufregende Zeit der ersten Verliebtheit. Viele Fragen gehen jungen Menschen dabei durch den Kopf. Viele davon drehen sich um den eigenen Körper oder den des Partners. Heutzutage sind die meisten Teenager bereits gut über Sexualität informiert, sodass eine Aufklärung durch die Eltern oder den Gynäkologen oft gar nicht mehr notwendig erscheint. Heutzutage stellt das Internet eine gute Möglichkeit dar, sich zu informieren, aber Unterstützung bei der kritischen Bewertung von „Dr. Google“ ist auf alle Fälle angebracht. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Themen Verhütung und Geschlechtskrankheiten auch direkt und offen zu besprechen. Fragen wie: „Welche Verhütung passt zu mir?“, „Wie schütze ich mich richtig vor Geschlechtskrankheiten?“, „Bin ich überhaupt schon so weit?“ sollten individuell und respektvoll beantwortet werden. Durch eine vertrauensvolle und sichere Atmosphäre mit dem Gynäkologen, Dr. Thorsten Graf, wird auch das eigene Körperbild gestärkt. Gut zu wissen ist ebenfalls, dass der Gynäkologe auch der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt und somit alles, was besprochen wird, nicht nach außen weitergeben darf.

„Ich bin 16 Jahre alt und habe nur eine ganz kleine Brust, kann ich das mit der Pille verändern?“

Dr. Thorsten Graf: „Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist das eigene Körperbild sowie der Bezug zum eigenen Erscheinungsbild. Erstens besteht noch die Möglichkeit, dass von selbst noch ein weiteres Größenwachstum stattfindet. Die Pille stellt eine gute und sichere Verhütungsmethode dar und kann in Bezug auf Akne und andere Hautveränderungen positiv beeinflussen und wirken. Eine leichte Vergrößerung der Brust ist hormonbedingt, z.B. mit Kombinationspräparaten (Dienogest und Ethinylestradiol) erzielbar, allerdings mit individuell unterschiedlicher Wirkung und unterliegt Schwankungen. Eine stabile und nachhaltige Brustvergrößerung ist nur durch Plastische Chirurgie möglich.“

Erstuntersuchung

Die meisten Mädchen bzw. jungen Frauen werden zum ersten Mal beim Gynäkologen vorstellig, wenn Probleme mit der Menstruation auftreten oder das Thema Verhütung in den Fokus rückt. Selbstverständlich ist es auch möglich, sich von einer Vertrauensperson begleiten zu lassen. Bevor dann die eigentliche gynäkologische Untersuchung durchgeführt wird, findet ein ausführliches Gespräch zwischen Dr. Thorsten Graf und seiner Patientin statt.

Bei der Untersuchung werden die äußerlichen und innerlichen weiblichen Geschlechtsorgane durch Abtasten untersucht. Um die Gesundheit der Eierstöcke und der Gebärmutter genauer abklären zu können, wird anschließend eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Sollten Probleme mit der Scheidenflora vorliegen, kann eine mikroskopische Beurteilung, ein sogenannter Abstrich, darüber Aufschluss geben, ob Infektionen vorliegen. Zum Schluss erfolgt noch eine Tastuntersuchung der Brust. Der Mediziner, Dr. Thorsten Graf, erklärt wie wichtig es ist, dass man diese Brustuntersuchung zu Hause selbst vornimmt.

 „Meine 15jährige Tochter hat seit einiger Zeit einen Freund. Ich würde sie gerne gynäkologisch untersuchen lassen und ihr eventuell die Pille verschreiben lassen. Halten Sie das in so jungen Jahren für ratsam?“

Dr. Thorsten Graf:„Gerade in diesem Alterssegment ist die Verhütung mit der Antibabypille verbreitet. Bei sehr jungen Mädchen ist allerdings noch auf das Knochenwachstum acht zu geben. Ein Pillenpräparat mit niedriger Dosierung bzw. eine reine Gestagen-Pille oder die Minipille kann hier sinnvoll sein. ,Ich sage immer: im Leben gibt es nichts umsonst‘ – daher ist es stets eine Abwägung zwischen Verhütungssicherheit und Hormonbelastung, und dies muss im individuellen Gespräch mit der Patientin geklärt werden.“

„Ich habe während meiner monatlichen Regelblutung immer sehr starke Schmerzen. Kann ich da etwas dagegen tun.“

Dr. Throsten Graf: Regelschmerzen bedürfen stets einer genauen Abklärung. Wenn strukturelle Ursachen, wie Polypen oder Myome, sonographisch ausgeschlossen werden können, dann ist zu überlegen, wie man weiter verfahren kann. Hier gibt es einerseits die Möglichkeit der Neuraltherapie zur positiven Beeinflussung des Schmerzgeschehens aber auch die Möglichkeit  die Regelblutung hormonell zu unterdrücken. Dies ist mit der Dreimonatsspritze, der Pille im Langzyklus oder dem Setzen einer Hormonspirale möglich. Dabei ist stets eine individuelle, an die Patientenbedürfnisse angepasste Therapie, mit der Patientin zu finden.“

Verhütungsberatung

Die Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft ist vor allem für Jugendliche ein wichtiges Thema. Die Entscheidung, womit verhütet werden kann, sollte von den Partnern gemeinsam getroffen werden. Dabei sollten sowohl die eigenen Bedürfnisse und Wünsche, als auch die körperliche und gesundheitliche Konstitution berücksichtigt werden. Es gibt viele verschiedene Verhütungsmethoden, und jede hat ihre Vor- und Nachteile. In einem offenen, informativen Gespräch mit dem Gynäkologen, Dr. Thorsten Graf, wird abgeklärt, ob beispielsweise Pille, Spirale oder Kondom in der aktuellen Lebenssituation die geeignetste Verhütungsmethode darstellt.

Zentral wichtig erscheint Dr. Graf auch die Frage nach der Zuverlässigkeit der Verhütung, diese wird mit dem sogenannten Pearl-Index angegeben. Der Pearl-Index, benannt nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl, sagt aus, wie viele von 100 Frauen, die eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden, in einem Jahr schwanger werden.

„Mein fester Freund drängt mich die Pille zu nehmen. Ich habe aber Angst dadurch zuzunehmen, wie das auch meiner besten Freundin passiert ist!“

Dr. Thorsten Graf: „Verhütung ist stets eine Sache, die in einer Beziehung gemeinsam gelöst werden sollte. In einer festen Paarbeziehung ist das Kondom zwar ein guter Infektionsschutz, allerdings nicht die sicherste Verhütungsmethode mit einem Pearl-Index von 8. Abgesehen vom Kondom und der Vasektomie gibt es nicht viele Verhütungsmethoden, die vom männlichen Partner angewandt werden können. Deutlich mehr Möglichkeiten gibt es für Frauen. Allerdings sollte man selbst entscheiden, welche Verhütungsmethode für einen persönlich die richtige Wahl ist.“

Infektionsschutz

Humane Papillomviren (HPV) sind Viren, die Haut- und Schleimhautzellen befallen. HPV werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und eine erfolgte Infektion bleibt zumeist unbemerkt, da man während der Infektion beschwerdefrei bleibt und sie meist nach einigen Jahren von selbst ausheilt. Allerdings können einige HPV-Virenstämme im Laufe der Zeit zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals führen. Eine Impfung gegen HPV wird mit drei Teilimpfungen verabreicht und sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

„Wann und wie oft sollte man sich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lassen?“

Dr. Thorsten Graf: „Die derzeit gebräuchliche Schutzimpfung ist Gardasil 9. Wenn sie zwischen neun und 14 Jahren alt sind, genügen zwei Impfdosen im Abstand von fünf bis 13 Monaten. Ab dem 15. Lebensjahr sind drei Impfdosen vorgesehen: die zweite zwei Monate, die dritte sechs Monate nach der ersten Impfung. Die Kosten der Impfung betragen 200 Euro pro Impfdosis. Für Mädchen als auch Burschen im Alter zwischen neun und 14 Jahren werden von den gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernommen.“

Hormone

Hormone sind wichtige Botenstoffe im menschlichen Körper. Sie bestimmen den Start der Pubertät, unsere Fruchtbarkeit, halten uns aber auch gesund und sorgen dafür, dass wir schön, vital und lebensfroh sind. Bildlich gesprochen, kann man sich die hormonellen Botenstoffe wie eine Tageszeitung als Botenüberträger in den Blutbahnen vorstellen. Die Drüsen des Körpers sind die Druckerei.

Hervorgerufen wird die Pubertät durch einen Hormoncocktail, der sowohl körperliche, als auch psychische Entwicklungen stark beeinflusst.

Bereits vor oder während der Pubertät ist es möglich, dass Hormonstörungen auftreten, die den Start der Menarche (der Regelblutung) verzögern, bzw. verhindern. Mittels Blutabnahme kann der Gynäkologe, Dr. Thorsten Graf, feststellen, ob der Hormonhaushalt ausgewogen ist oder Defizite vorliegen.

„Ich bin 17 Jahre alt und habe noch immer keine Regelblutung. Woran kann das liegen?“

Dr. Thorsten Graf: „Das durchschnittliche Alter der ersten Regelblutung liegt zwischen zehn und 16 Jahren. Wenn nach dem 16. Lebensjahr noch keine Regelblutung stattgefunden hat, liegen meist keine ernsten Ursachen zugrunde. Eine eingehende gynäkologische Untersuchung sowie gegebenenfalls eine Hormonbestimmung mittels Blutabnahme sind sinnvoll.“